Fröhliche Weihnachten!
Der Dezember verging mit Renovieren und dem Verpacken unserer persönlichen Sachen. Wir räumten das komplette Obergeschoß leer und zogen ins Erdgeschoß. Unser Schlafzimmer mit dem 10-türigen Kleiderschrank war bereits abgebaut und wir beschränkten uns auf die notwendigsten Kleidungsstücke, die wir in den, zum Glück vorhandenen, Einbauschränken untergebracht hatten. Im Erdgeschoß befand sich das Gästebad, das praktischerweise über eine zusätzliche Dusche verfügte, somit war es uns problemlos möglich, unser Leben auf eine Etage zu reduzieren. Stück für Stück fanden unsere Möbel den Weg in den Trailer. Ganz hinten im Hänger hatten wir unsere PC’s gestapelt, wir haben 15 Stück davon im Büro stehen und es war uns klar, dass es schwierig werden würde, im Falle einer Kontrolle einen Beamten, egal aus welchem Land er stammen würde, davon zu überzeugen, dass es sich hierbei um eigen genutzte Rechner handelt, obwohl dies tatsächlich der Fall ist.
Jedes Mal, wenn ein Zimmer leer geworden war, wurde es gestrichen, gesäubert und nach Möglichkeit nicht mehr betreten. Kurz vor Weihnachten hatten wir uns auf diese Weise mit unseren beiden Hunden in unserem 90m ² großen Wohnzimmer häuslich eingerichtet. Wir schliefen auf einer aufblasbaren Matratze und fühlten uns wie Camper. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir auf diese Weise schon einmal einen Vorgeschmack auf unsere Fahrt bekamen.
Bis zum 20. Dezember waren wir mit unserer Renovierungsaktion völlig im Zeitplan und es waren nur noch das große Wohnzimmer und das Badezimmer übrig, alles andere war bereits fertig. Eigentlich hatten wir geplant am 24. Dezember zu fahren. Die Idee war, dass sich während der Feiertage wenig Autos auf den Straßen befinden würden und wir so mit unserem „Schwertransport“ ungehindert voran kämen. Wir durften ja maximal 100 km/h fahren, also hatten wir für die fast dreitausend Kilometer drei Tage geplant. Wir wollten nachts in Hotels schlafen und tagsüber fahren. So weit die Theorie, die Praxis sah dann ganz anders aus.
Das ganze Drama begann damit, dass Bens Eltern den Wunsch äußerten, Weihnachten noch einmal mit der ganzen Familie gemeinsam zu essen. Und da die Beiden bereits über 70 Jahre alt sind und es bei uns nicht auf einen Tag mehr oder weniger ankam, stimmten wir zu und fuhren Heiligabend gegen 17.00h nach Hamburg. Als wir kurz nach Mitternacht wieder in Timmendorf ankamen, stellten wir fest, dass einer der Maler das Fenster in einem der frisch gestrichenen Räume offen gelassen hatte. Der Wind hatte es aufgedrückt, es hatte herein geregnet und eine Unmenge von Laub war gegen die noch feuchte Wand gewirbelt worden. Damit war der Plan, am nächsten Morgen los zu fahren, gescheitert. Ben war furchtbar sauer, denn nun saßen wir über die Feiertage fest. Der Maler war natürlich nicht erreichbar und alle Geschäfte waren geschlossen, so dass wir auch keine Farbe kaufen und selbst streichen konnten. Lebensmittel hatten wir selbstverständlich nicht mehr im Haus, das komplette Geschirr war bereits verpackt und bis auf das aufblasbare Bett war das Haus leer. Fröhliche Weihnachten!