Adventstimmung der besonderen Art
Spanien ist ein Land in dem die Eigentumsquote bei ca. 80% liegt. Und da Häuser in den Sommermonaten zu horrenden Preisen an Urlauber vermietet werden können, ist es recht schwierig, ein Haus zur Langzeitmiete zu finden. Außerdem sind die Häuser in Spanien in der Regel komplett möbliert und wir wollten einen Teil unserer Möbel mitnehmen, das war die nächste Hürde. Dazu kamen unsere beiden Dobermänner, die in Spanien unter die Kampfhundbestimmungen fallen. Außerdem hatten wir natürlich eine klare Vorstellung von unserem neuen Heim: Wir wollten keinesfalls ein Haus innerhalb einer Urbanisation, wir wollten auf dem Campo leben, in einem Haus mit einem großen Grundstück und einem Pool. Aber wenn man den positiven Aussagen der Makler Glauben schenkt, ist das alles kein Problem…
Ich habe von Juni bis Anfang Dezember mit etwa 30 Maklern per Telefon und E-Mail Kontakt gehabt und alle haben uns wundervolle Bilder von Häusern zukommen lassen, die angeblich unmöbliert zur Vermietung zur Verfügung standen. Wir sind drei Mal auf die Aussagen verschiedener Immobilienanbieter nach Málaga geflogen und jedes Mal waren die Häuser völlig anders als auf den vorab gesandten Bildern. Wir hörten jede erdenkliche Ausrede und Ende November hatten wir noch immer keinen Mietvertrag in der Tasche. Allerdings hatten wir den Vertrag für unser Haus in Deutschland zum Jahresende gekündigt und es gab bereits Nachmieter. Renovieren mussten wir unser 260m² großes Domizil ebenfalls noch. Langsam mussten wir uns etwas einfallen lassen, die Zeit wurde knapp. Aber wer uns kennt weiß, dass wir mit jeder Situation klar kommen: „Ein Bissel was geht immer!“ ist da unser Motto.
Ich hatte vorher die Angebote verschiedener Speditionen geprüft und wir hätten für den Transport unserer Habe ca. dreitausend Euro ausgeben müssen. Da wir aber noch keine neue Bleibe hatten, wären unsere Sachen erst einmal zwischen gelagert worden, das hätte noch weitere Kosten verursacht. Daher kam Ben auf die Idee, dass wir uns einen großen Aluminium-Trailer kaufen könnten um unsere Sachen selbst zu transportieren. Wir hatten einen E-Klasse Mercedes-Kombi mit Anhängerkupplung, also war uns dies ohne weiteren Aufwand möglich. Gesagt, getan, noch am gleichen Tag erstanden wir einen 5,20m langen Kofferanhänger der Firma Unsinn zum Preis von 5.200,– € und wir konnten damit beginnen, die Möbel, die wir an Verwandte und Bekannte verschenkt hatten, zu demontieren und zu verteilen. Pünktlich zum ersten Advent war unser Haus fast ohne Möbel, wir hatten lediglich das Wohn- und das Esszimmer sowie das Büromobiliar behalten. Gemütlich war es bei uns nicht, es hallte im Haus wie in einer Bahnhofshalle und uns wurde zum ersten Mal bewusst, dass wir auf dem Weg in unser neues Leben waren.